Logibau
Die Baurechtsplattform
Home Baurecht Enev VOB HOAI BauNVO BauROG BauGB IMPRESSUM/KONTAKT

Thüringen - Landesrecht - Baugesetze - Verordungen - Richtlinien

§ 3 Anhörung

(1) Wenn ein Bewerber die persönlichen Voraussetzungen für eine Bestellung erfüllt, legt die Aufsichtsbehörde die für die Anhörung notwendigen Unterlagen dem Vorsitzenden des Anhörungsausschusses vor und lädt in Absprache mit den Beteiligten zur Sitzung des Anhörungsausschusses ein.
(2) Die Anhörung vor dem Anhörungsausschuss soll je Bewerber nicht länger als eine Stunde dauern. Die gemeinsame Anhörung mehrerer Bewerber ist nicht zulässig. Die Beratung zur Feststellung der Eignung soll direkt im Anschluss an die Anhörung des Bewerbers erfolgen.
(3) Über die Beratung des Anhörungsausschusses ist eine Niederschrift anzufertigen. Sie soll die abschließende Feststellung enthalten, dass der Bewerber für den Beruf des Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs als geeignet oder als nicht geeignet angesehen wird. Die Feststellung, dass der Bewerber als nicht geeignet angesehen wird, ist zu begründen. Übertrifft die Anzahl der geeigneten Bewerber die Anzahl der ausgeschriebenen Amtsstellen, ist nach Abschluss aller Anhörungsgespräche ein Vorschlag für die Auswahlentscheidung vorzubereiten und zu begründen. Die Niederschrift ist vom Vorsitzenden und den weiteren Mitgliedern des Anhörungsausschusses zu unterzeichnen.
(4) Für die Reihenfolge bei der Auswahlentscheidung nach Absatz 3 Satz 4 ist die persönliche und die mit einer Punktzahl bewertete fachliche Eignung maßgebend. Die Punktzahl nach Satz 1 ergibt sich aus der Summe folgender Einzelbewertungen:
1. Die beim Erwerb der Befähigung nach § 14 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a oder b ThürGÖbVl erzielte Note des Gesamturteils ist mit einem Punktwert von 20 bis 80 anzusetzen: dabei entspricht die Note "ausreichend" einem Punktwert von 20 und die Note "sehr gut" einem Punktwert von 80 in der Punkteskala.
2. Die berufspraktische Vorbereitungszeit nach § 14 Abs. 3 Nr. 3 Buchst. a oder b ThürGÖbVI ist unter Berücksichtigung des Ausmaßes der Beschäftigung mit Katastervermessungen und der dabei gezeigten Leistungen mit einem Punktwert von 15 bis 30 zu bewerten.
3. Sofern der Bewerber nach dem Anhörungsgespräch als geeignet angesehen wird, ist das Gesprächsergebnis mit einem Punktwert von fünf bis 15 zu bewerten.
4. Umstände, die den Bewerber in besonderer Weise qualifizieren, können mit bis zu zehn Zusatzpunkten berücksichtigt werden.
(5) Dem Vorsitzenden des Anhörungsausschusses obliegt
1. die Vertretung des Anhörungsausschusses gegenüber der Aufsichtsbehörde,
2. die Leitung der Anhörungen der Bewerber und
3. die Vorlage der Stellungnahme nach § 16 Abs. 2 Satz 1 ThürGÖbVI bei der Aufsichtsbehörde.
(6) Das im Bestellungsverfahren erzielte persönliche Ergebnis wird jedem Bewerber von der Aufsichtsbehörde bekannt gegeben.
(7) Aufwendungen, die dem Bewerber durch das Bestellungsverfahren entstehen, werden nicht erstattet.